


Alina Popovici (*1969, Rumänien) ist eine Künstlerin, deren Arbeit ihre Kraft aus der Dualität zwischen wissenschaftlicher Strenge und der Unmittelbarkeit des Lebendigen schöpft. Geprägt von einer Biografie, die von aufeinanderfolgenden Entwurzelungen durchzogen ist, erforscht sie die Materie in der Art einer Autopsie: Sie seziert Formen, um das Leben unter der Oberfläche freizulegen und das Unsichtbare sichtbar werden zu lassen.
Ihr Werk entfaltet sich als Studie der Resilienz. Mit Gips, Faser, pflanzlichen Elementen und den von ihr geformten bildnerischen Basreliefs inszeniert sie Körper, die zu Räumen werden, und Entwurzelungen, die Wurzeln schlagen. In der Spannung eines Lebens zwischen Frankreich und Rumänien verwandelt sie
die Zerbrechlichkeit der Erinnerung in nahezu knöcherne Strukturen, die die Spuren der Entfernung tragen, um die Wunde in eine Form visueller Reparatur zu überführen.
Heute lebt und arbeitet sie in Deutschland, wo sie ihre plastische Forschung an der Schwelle zwischen organischer Installation und memorialer Skulptur fortsetzt, stets auf der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Körper, Raum und Erinnerung.
“Ich habe gelernt, Körper zu heilen, bevor ich mir erlaubte, auf meinen eigenen zu hören.
Ich habe die Geste von der Medizin behalten: das Kratzen an der Kruste, bis das Rot hervorbricht, das Suchen nach Leben unter der Haut, im unsichtbaren Zellgewebe. Meine Kunst ist keine Dekoration – sie ist eine Pharmakopöe.”
Ausstellungen:
- Karlsruhe, Badischer Kunstverein, Jahresausstellung der Mitglieder.
- Heidelberg, Einzelausstellung, Syntax des Lebendigen.