ASEL FRANZ

Mein Name ist Asel Franz. Ich wurde 1980 in Kasachstan geboren und bin dort aufgewachsen.
Meine künstlerische Arbeit ist tief in der Kultur, den Landschaften und den Erinnerungen meiner Heimat verwurzelt. Diese Herkunft bildet bis heute den emotionalen und inhaltlichen Kern meines Schaffens.
Bereits in meiner Kindheit fand ich über einen Kunstkurs erstmals Zugang zur Kunst. In einem Umfeld mit begrenzten Freizeitmöglichkeiten entwickelte sich daraus früh eine intensive und prägende Leidenschaft. Diese führte mich schließlich an die Kasachische Staatliche Kunstakademie T. Shurgenov in Almaty, an der ich nach erfolgreicher Bewerbung und Stipendienvergabe im Bereich Kunstgewerbe aufgenommen wurde.
Während meines Studiums erwarb ich fundierte Kenntnisse in verschiedenen künstlerischen Techniken, darunter Aquarell- und Ölmalerei sowie akademisches Zeichnen. Mein besonderer Schwerpunkt lag jedoch auf der Seidenmalerei und der Gobelinweberei, Techniken, die mir bis heute ermöglichen, Bild, Struktur und textile Tiefe miteinander zu verbinden.
Im Jahr 2002 wanderte ich nach Deutschland aus. Diese biografische Zäsur bedeutete nicht nur einen geografischen, sondern auch einen kulturellen Neuanfang. Die Auseinandersetzung mit neuen gesellschaftlichen Normen, einer fremden Sprache sowie die Gründung einer Familie prägten diese Zeit maßgeblich. Die Kunst trat vorübergehend in den Hintergrund, blieb jedoch stets ein wichtiger Teil meines Lebens.
Mit wachsendem zeitlichem und innerem Abstand gewann die Kunst erneut an Bedeutung. Die Sehnsucht nach meiner Herkunft wurde zur treibenden Kraft meiner Arbeit. In meinen Werken
verarbeite ich Erinnerungen, kulturelle Motive und emotionale Zustände zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Herkunft und Ankommen. Meine Bilder spiegeln meine innere Welt wider. Meine Gefühle habe ich mit jedem Farbton in den Arbeiten sichtbar gemacht.
Mein künstlerisches Anliegen ist es, Kasachstan und seine Kultur im europäischen Kontext sichtbar zu machen und einen stillen, aber eindringlichen Dialog zwischen den Kulturen zu eröffnen. Kunst verstehe ich dabei als Brücke zwischen Räumen, Zeiten und Identitäten

Ausstellungen: